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Deutsche Überlegenheit: wohin bist Du entschwunden?

Samstag, August 21st, 2010

Felix Wankel erzählte mir von Vergleichsfahrten mit einem 300SE Coupé, die kaum höhere Verbräuche seines Wankelantriebs ergeben hätten. Ein durch Piech angestrengtes Gutachten zum Entgiftungsaufwand beim Wankelantrieb ergab die geringeren Aufwände des W-Prinzips. Das Gutachten der TH-Aachen übergab mir Wankel mit einem vielsagenden Augenzwinkern. Brüstete sich P. doch als W-„Killer“.

In Rohrschach. dem Auto-Museum Wankels, stand der 350SL mit W-Motor etwas einsam. Beim Geburtstag Wankels 1986 hatte ich Gelegenheit, dies alles detailliert zu studieren.

Der W 113 (280SL/8) war bereits im Auslaufen begriffen gewesen. Aber der W-Motor kam in einem Versuchswagen, mit entsprechenden Fahrleistungen, zum Einsatz(vgl. Engelien) . Doch wie die Bogefeder, blieb auch der W-Motor diesem versagt.

Ölkrise und der konservative Nachfolger des leider verstorbenen W-Enthusiasten – und „begnadeten Konstrukteurs“ (wie Wankel sagte), Bensinger – verhinderten den W-Motor bei Daimler-Benz. Lieber wurde eine veritable Motorenkrise (250SE) in Kauf genommen! Van Basshuysen, der Nachfolger B.’s, und spätere Verfechter der Diesel-Direkteinspritzung bei AUDI, macht daraus kein Hehl (vgl. www.forumfilm.de/Archiv). Habbel, der selbstbezogene Vorstand bei AUDI, verweigerte Wankel zunächst den Ro 80 (1976), mit der letzten Entwicklungsvariante des W-Motors. Nur als „Leihgabe“ gelangte dieser schließlich nach Rohrschach.

Dies zum gebrochenen Verhältnis der deutschen Automobilindustrie zu Felix Wankel. Was nicht verhinderte, dass er im Januar 1986, in der Stuttgarter Martin-Schleyer-Halle, neben den Koryphäen aus den Führungsetagen deutscher Hersteller (Goedewerth, Habbel, Hahn, Breitschwerdt, von Kuenheim) saß, als es darum ging, Michael Pfleghars Aufführung zu „100-Jahre Automobil“ zu genießen.- Es war ein beeindruckender Weg des Buchbinders aus Lahr, über Entwicklungen für das Heereswaffenamt im 2. Weltkrieg (Bootsmotoren/Versuche auf dem Bodensee) bis zum „Shootingstar“ der deutschen Technikentwicklung (NSU-Aktien in den 50iger Jahren)  1954 gewesen.

„Ich hätte 1 Million Mark für eine Produktionsstraße Wankelmotor benötigt. Aber Quandt (BMW) und Flick (Daimler-Benz) hatten gerade in neue Hubkolbemotoren investiert (BMW: 2,5, 2,6 Ltr. und V8-Mercedes 220-6-Zyl./180/190-4-Zyl.)“.

So blieb nur der Weg zu kleineren, kapitalschwächeren Herstellern wie NSU. Stieler v. Heydekampf übertölpelte schließlich 1969 den Generalstäbler Kurt Lotz/VW mit dem nicht ausgereiften Projekt K 70. NSU wurde mit AUDI verbunden. Das Ende des Wankel-Antriebs war damit programmiert. 

Daß Toyota den Elektroantrieb seit 1996 promoviert hat, ist kein Geheimnis. Werner/Mercedes sagte allerdings:

„Der Diesel hat einen Markt. Wenn das Elektroauto einen Markt hat, können wir innerhalb eines Jahres produzieren“.

Warum kommen dann die ersten Großserien-Varianten erst 2012?- Was aber hat die deutsche Managerelite nicht bereits an Zukunft verschenkt!